Pitbull (American Pit Bull) Welpen

Pitbull Welpen
Foto: Sergey Lavrentev/Shutterstock.com

Unter einem Pitbull versteht man im allgemeinen den American Pit Bull Terrier. Offiziell stellt der Begriff Pitbull jedoch einen Sammelbegriff verschiedener Hunderassen dar. Doch hier soll es um den bereits genannten American Pit Bull gehen. Der Pitbull ist mit einer Höhe von 43 bis 56 Zentimetern ein mittelgroßer Hund, der ein Gewicht von etwa 27 Kg erreichen kann. Das Fell ist kurz und dicht. Bei den Farben gibt es aus dem Zuchtprogramm her fast keine Einschränkungen. Auch die Augenfarbe ist sehr variabel, wobei blaue Augen bei Pitbull Welpen nicht mehr zulässig sind.


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Entgegen der offiziellen Darstellung ist der Pitbull ein Hund der sehr bereit ist sich seinem Besitzer unterzuordnen. Daher ist bei einem verantwortungsvollen Besitzer auch sehr gut als Familienhund geeignet. Dazu müssen die Tiere jedoch bereits als Pitbull Welpen konsequent sozialisiert werden. Hier kann er seine Stärken als Spielgefährte und Tröster ausspielen. Weniger geeignet ist der American Pit Bull Terrier jedoch als Wachhund, da ihm der angeborene Spieltrieb ihm hier im Wege steht.

Abstammung/Geschichte

Die Züchtung des American Pit Bull Terriers begann im 19. Jahrhundert auf dem nordamerikanischen Kontinent. Die Rasse entstand als gezielte Kreuzung von Staffordshire Bullterriern und Bulldoggen. Ursprünglicher Grund für die Entwicklung war die Verwendung als Bullenbeißer und hauptsächlich, wie es dem Namen bereits zu entnehmen ist , für den Einsatz in den damals sehr populären Hundekämpfen (engl. ´pit´ = Grube, Arena). In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunders erfolgte die offizielle Anerkennung von amerikanischen Rassehundedachverbänden (UKC und AKC). Eine Anerkennung durch den größten Dachverband der Welt, dem FCI, erfolgte bislang aufgrund Diskussionen bezüglich der Abstammung, Entwicklung und unterschiedlichen Rassedefinitionen nicht.

Rassemerkmale

Die Standards des American Pit Bull Terriers sind hinsichtlich Größe und Farbe großzügig ausgelegt. Zugelassen sind alle Farben, wobei der weiße Anteil unter achtzig Prozent der Körperoberfläche betragen sollte. Die Schulterhöhe liegt zwischen 43 bis 48 cm (je nach Auslegung auch bis 56 cm), das Gewicht umfasst die Bandbreite von 12 bis 36 kg. Der Kopf mit dem breiten Gesicht hat eine Kastenform, die zumeist dunklen Augen sind rund. Die Ohren, welche früher oft kupiert wurden, sind eher von kleiner Größe und die Kiefermuskulatur ist überproportional ausgebildet. Ein weiteres körperliches Mermal ist die breite, kräftig ausgebildete Brust- und Schulterpartie. Der Rücken ist im Verhältnis zur Höhe lang, das Fell ist von harter, kurzer und dichter Natur. Vereinzelt wird behauptet, dass der American Pit Bull Terrier eine angezüchtete Kiefersperre o.ä. hat. Dieses ist als Gerücht zu bezeichnen, einen anatomischen oder physiologischen Beleg für diese Aussage existiert nicht.

Als charakteristische Wesensmerkmale gelten, wie es ursprünglich vom Verwendungszweck her gewünscht war, eine ausgeprägte Behaarlichkeit sowie extremer Mut.

Rassespezifische Gesetzgebung in Deutschland

In den 1980er/1990er-Jahren war der Ruf der sogenannten “Kampfhunde”, zu denen neben dem American Pit Bull Terrier auch beispielsweise der Bullterrier gezählt wird, aufgrund ihrer häufig martialischen Erscheinung und der verantwortungslosen Haltung von wenigen Besitzern, in der Öffentlichkeit arg beschädigt. Diesen Vorurteilen wurden leider auf katastrophale Art und Weise Vorschub geleistet, als im Jahre 2000 in Hamburg ein American Staffordshire Terrier und ein American Pit Bull Terrier, beide jeweils unbeaufsichtigt, ein sechsjähriges Kind attackierten, welches kurz darauf an seinen Verletzungen verstarb.

Der deutsche Gesetzgeber sah sich daraufhin veranlasst, eine Gesetzgebung einzuführen, welche sogenannte “Gefährliche Hunde” (zukünftig auch unter dem Begriff “Listenhunde” bekannt) in Rasselisten definiert und das Halten und Führen dieser Hunde reglementiert.

Der größte Pitbull der Welt

In einem Bundesgesetz wird der American Pit Bull Terrier explizit als “gefährlich” aufgeführt. In diesem “Hundeverbringungs- und -einfuhrbeschränkungsgesetz” wird festgelegt, dass Tiere dieser Rasse sowie deren Kreuzungen nicht aus dem Ausland nach Deutschland eingeführt werden dürfen.

Darüber hinaus hat jedes Bundesland in weiteren Landesgesetzen und -verordnungen eigene Vorschriften bezüglich des Besitzes des American Pit Bull Terriers erlassen, was eine einheitliche Übersicht über die jeweiligen gesetzlichen Voraussetzungen schwierig macht. Generell kann festgehalten werden: Ohne die Erlaubnis der zuständigen Behörde ist die Haltung nicht zulässig. Neben einem Mindestalter des Halters muss die persönliche Eignung gegenüber dem Ordnungsamt nachgewiesen werden, in der Regel durch einen Sachkundenachweis und die Vorlage eines Führungszeugnisses. Der Hund selbst muss gechipt und haftplichtversichert sein sowie durch einen Wesenstest nachgewiesen haben, dass er keine Bedrohung für die Öffentlichkeit darstellt (dadurch kann teilweise auch eine Befreiung von der Maulkorb- und Leinenpflicht erreicht werden, welche ansonsten obligat sind). Darüber hinaus besteht eine grundsätzliche Leinenpflicht.

In vielen Gemeinden in Deutschland muss der Besitzer eines American Pit Bull Terriers mit der Festlegung einer höheren Hundesteuer als üblich rechnen. In Großstädten ist durchaus ein vierstelliger Betrag im Jahr möglich. Auch die Haftpflichtversicherer berechnen für diese Rasse in der Regel einen höheren jährlichen Beitrag als für “Nicht-Listenhunde”.

Möglichkeiten des Erwerbes

Neben der Option, einen American Pitbull bei einem anerkannten und registrierten Züchter zu kaufen, besteht auch die Möglichkeit, ein Tier über den Tierschutz zu erhalten. Sowohl in den örtlichen Tierheim als auch in den überregionalen, teils spezialisierten Tierschutzvereinen gibt es viele Hunde, die u.a. aus behördlichen Beschlagnahmungen oder persönlichen Abgaben stammen und neue Besitzer suchen. Zudem kennen sich diese Heime und Vereine sehr gut mit den jeweiligen gültigen gesetzlichen Bestimmungen zur Haltung aus und können wertvolle Unterstützung bei dem Zusammenwirken mit den Behören bieten.

Heutige Einsatzgebiete

Der American Pit Bull Terrier ist in der Lage, eine überdurchschnittliche emotionale Bindung zum Menschen aufzubauen. Daher wird er bevorzugt als zuverlässiger Familien- und Begleithund gehalten. Aufgrund seiner körperlichen Stärke sollte der Halter ebenfalls über eine gewisse körperliche Fitness verfügen. Ausreichende Erfahrung in der Hundehaltung sind dabei eine weitere wichtige Voraussetzung. Zudem ist darauf zu achten, dass das Tier frühzeitig und umfassend sozialisiert wird.

In den USA wird der Hund ab und an als Kurzjäger bei der Jagd auf Rotluchs, Dachs, Waschbär und Koyote eingesetzt. Neben seiner bereits erwähnten allgemeinen Stärke werden hierbei insbesondere seine Standhaftigkeit und die Ausdauer geschätzt.

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