Barf – Eine gesunde Alternative

Barf - Eine gesunde Alternative
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Barf – Eine gesunde Alternative
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Barf ist eine Möglichkeit, Haustiere wie Hunde und Katzen mit viel Fleisch zu füttern. Da Hunde zu den Fleischfressern gehören, benötigen sie besonders viel Fleisch und können damit beim Barfen optimal versorgt werden. Neben Fleisch landen auch andere frische Zutaten, wie zum Beispiel Obst und Gemüse im Futternapf. Dank dem großen Angebot können in der Regel alle Hunde mit Barf ernährt werden und bekommen dadurch ein artgerechtes und natürliches Futter ohne schädliche Zusätze.

Barf für Hunde

Die Orientierung beim Barfen liegt in der Ernährung von wilden Hunden und Wölfen. In der freien Natur ernähren sich die Tiere von Beute, die sie jagen. Das Fressen besteht daher zum größten Teil aus Fleisch. Auch beim Barfen besteht die Futterration in erster Linie aus Fleisch, Knochen, Innereien und auch Fisch. Zusätzlich wird das Futter mit Obst und Gemüse angereichert. Auch Getreide oder Flocken können beim Barfen verwendet werden. Wölfe und Wildhunde, die sich ihre Beute selber suchen, fressen diese mit Fell, Knochen und Innereien. So nehmen sie über den Magen ihrer Beute auch zum Beispiel Getreide, Obst oder Gemüse zu sich. An diese Ernährungsweise angepasst, gehört Barf zu der natürlichen Art, Hunde roh zu füttern.

Gründe, die für das Barfen sprechen

Viele Hundebesitzer entscheiden sich für das Barfen, da es sich um eine biologische und artgerechte Ernährung handelt. Hunde, die zu den Fleischfressern zählen, bekommen durch Barf möglichst viel Fleisch. Dieses wird, ebenso wie Obst oder Gemüse, roh verfüttert. Beim Barfen gelangen keine weiteren Zusätze in das Futter. Viele Hunde reagieren allergisch auf Fertigfutter und vertragen die einzelnen Zusatzstoffe nicht. Dazu gehören unter anderem:

  • Zucker
  • Getreide
  • Farbstoffe
  • Konservierungsstoffe

Beim Barfen wissen Hundebesitzer ganz genau, was im Futternapf landet und können die Allergie auslösenden Stoffe aus der Nahrung verbannen. Oft fällt die Entscheidung für das Barfen aber auch ohne dass der Hund eine Futtermittelallergie entwickelt hat. Der Wunsch, das Haustier so natürlich wie möglich und so gesund wie möglich zu ernähren, steht dann im Vordergrund.

Hat Barf auch Nachteile?

Barfen kann für den Hund eine wirklich gesunde Art der Fütterung sein, wenn die verwendeten Zutaten abwechslungsreich und gut verträglich, bzw. geeignet sind. Da jede Mahlzeit bei Barf individuell zusammengestellt wird, muss sie auch die Bedürfnisse des Hunde decken. Das Tier muss mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt werden. Es darf durch sein natürliches und rohes Futter weder zu viel, noch zu wenig davon bekommen. Besonders wichtig ist ein ausgewogenes Verhältnis von Mineralstoffen und Spurenelementen wie Kalzium, Zink, Kupfer und den verschiedenen Vitaminen.

Bekommt der Hund zu viel oder zu wenig dieser Stoffe, kommt es entweder zu einem Überschuss oder einer Unterversorgung. Das kann sich auf die Knochen und die Zähne des Hundes auswirken. Natürlich kann auch die Verdauung bei einer falschen Fütterung leiden, wodurch es zu Durchfall oder Verstopfung kommen kann.

Zutaten beim Barfen für Hunde – Fleisch

Zu mindestens 80 % sollte die Barf Mahlzeit für den Hund aus Fleisch bestehen. Die restlichen 20 % werden durch Obst, Gemüse und Salat abgedeckt. Zu den geeigneten Fleischsorten gehören unter anderem:

  • Truthahn
  • Lamm
  • Rind
  • Kalb
  • Pferd
  • Antilope
  • Känguru

Es ist wichtig, möglichst viel Abwechslung in das Futter zu bringen. Das gelingt mit Muskelfleisch, Innereien, Blut und Knochen. Ganz egal, ob Rinderlunge, Pferdeleber oder grüner Pansen – je abwechslungsreicher die Mahlzeiten sind, desto besser und ausgewogener wird der Hund beim Barfen ernährt. Neben der großen Portion Fleisch sollten daher auch die Obst- und Gemüsesorten regelmäßig wechseln und das Futter hin und wieder mit Flocken angereichert werden.

Obst, Gemüse und Salat für Barf Mahlzeiten

20 % des Futters sollten aus Obst und Gemüse bestehen. Dieses pflanzliche Futter sollte immer zerkleinert werden, damit der Hund die enthaltenen Vitamine und Nährstoffe besser aufnehmen kann. Zu den erlaubten Obst- und Gemüsesorten gehören:

  • Äpfel
  • Aprikosen
  • Bananen
  • Blumenkohl
  • Grünkohl
  • Fenchel
  • Erdbeeren
  • Möhren
  • Kartoffeln
  • Kohlrabi
  • Löwenzahn
  • Rote Bete
  • Spargel
  • Spinat

In der Regel können pflanzliche Futtermittel dem Tier roh gegeben werden. Bei einigen ist es jedoch sinnvoll, diese nur gedämpft oder in sehr kleinen Mengen zu füttern.

Barfen oder Teilbarfen

Beim reinen Barfen bekommt der Hund ausschließlich frische und rohe Zutaten. Frisches Fleisch, Obst und Gemüse, im regelmäßigen Wechsel, versorgen das Tier auf eine natürliche Art. Natürlich ist eine Barf Mahlzeit nicht so schnell im Futternapf, wie fertiges Futter aus dem Handel. Das Zerkleinern und Zubereiten der einzelnen Zutaten benötigt Zeit, die nicht immer vorhanden ist. Daher entscheiden sich viele Hundehalter für das Teilbarfen. Dabei wird eine Mahlzeit am Tag durch frisches Futter ersetzt. Natürlich muss diese Barfmahlzeit von den anderen Mahlzeiten abgezogen werden, damit es zu keiner Überversorgung kommt. So kann das Tier beim Teilbarfen weiterhin mit fertigem Futter versorgt werden, bekommt aber zusätzlich auch viel frisches Fleisch, gesundes Obst und Vitamine.

Trockenbarf

Auch natürlich, aber eben nicht ganz so frisch, gestaltet sich Trockenbarf. Wie der Name bereits vermuten lässt, bekommt der Hund Trockenfleisch gemischt mit Obst und Gemüse oder Flocken als Ergänzung. Beim Trockenfleisch handelt es sich um hochwertiges Fleisch, dem langsam die Feuchtigkeit entzogen wurde. Um dem Hund daraus eine Mahlzeit zu bereiten, wird das Trockenfleisch in den Napf gefüllt und anschließend mit heißem Wasser übergossen. Hat das Fleisch die Flüssigkeit aufgenommen, kann das Futter mit Obst und Gemüse oder mit verschiedenen Futterflocken ergänzt werden. Trockenbarf eignet sich auch zum Teilbarfen oder immer dann, wenn es schnell gehen muss. Wer seinen Hund barft, und auch im Urlaub darauf nicht verzichten möchte, kann Trockenfleisch und Futterflocken ohne Probleme mit in das Reisegepäck packen und den Hund am Urlaubsort damit versorgen. Weiterführende Informationen gibt es hier.

Eignet sich Barf für alle Hunde?

In der Regel kann jeder Hund durch Barf ernährt werden. Wichtig ist jedoch eine gesunde und ausgewogene Zusammensetzung der einzelnen Mahlzeiten. Daher ist es nicht nur sinnvoll, sondern auch nötig, sich im Vorfeld intensiv mit den Bedürfnissen des Tieres vertraut zu machen. Hunde, die unter einer Allergie leiden und verschiedene Futterzusätze nicht vertragen, können ebenfalls gebarft werden. Viele Hundebesitzer berichten, dass sich die Allergie relativ schnell bessert, wenn der Hund mit rohen Zutaten gefüttert wird.

Hunde, die krank sind benötigen oft eine besondere Ernährung oder eine spezielle Diät. In diesem Fall ist es wichtig, den Tierarzt um Rat zu fragen, damit sich die Krankheit nicht verschlimmert. Welpen und Junghunde haben einen erhöhten Bedarf. Mit speziellen Welpen und Aufzuchtfutter aus dem Handel kann dieser Bedarf gut und sicher gedeckt werden. Auch beim Barfen muss die Welpenmahlzeit anders zusammengestellt werden, als eine Futterportion für einen ausgewachsenen Hund. Mehr Nährstoffe, Mineralstoffe und auch eine gute Energiequelle sind wichtig für ein gesundes Wachstum.

Die Umstellung auf Barf

Soll der Hund in Zukunft kein Fertigfutter, sondern nur noch frische Mahlzeiten bekommen, sollte die Futterumstellung langsam geschehen. Am besten bekommt der Hund zwischen seinem gewohnten Futter täglich ein paar rohe Stückchen Fleisch, etwas Obst und Gemüse. Das hat den Vorteil, dass Unverträglichkeiten sofort erkannt werden und der Hundebesitzer weiß, was dem Hund von seinen neuen Futtermitteln am besten schmeckt. Verträgt das Tier die neuen Zutaten, kann nach ein paar Tagen die erste Mahlzeit durch eine frisch zubereitete Barf Portion ersetzt werden. Wird auch diese ohne Probleme vertragen und frisst der Hund das rohe Futter gerne, kann auch das restliche Fertigfutter nach und nach durch Barf ersetzt werden. Es ist jedoch wichtig, von Anfang an auf ein abwechslungsreiches Nahrungsangebot zu achten und eine einseitige Ernährung zu vermeiden. Mit Obst und Gemüse der Saison, frischen Salaten und wechselndem Fleisch, wie Innereien, Knochen und Ähnlichem, kann Barf eine wirklich gesunde und sogar preiswerterer Art der Fütterung sein.

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  • Nadine Wolf
  • Herausgeber: Nadine Wolf
  • Auflage Nr. 1 (02.09.2015)
  • Taschenbuch: 164 Seiten

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